27.09.2017 | 6. ICON Steuertag

6. ICON Steuertag

27.09.2017

Am 27. September 2017 fand in den Kanzleiräumen der ICON der sechste ICON-Steuertag statt. Die Teilnehmer erwartete auch heuer wieder ein spannender Streifzug durch den Dschungel des österreichischen und internationalen Steuerrechts.

Nach der Begrüßung durch ICON-Partner Stefan Bendlinger stellte der Leiter der Konzernsteuerabteilung der MAN SE, Herr Dirk Pelzer, den Teilnehmern anhand des Videos „MAN kann“ vor, was MAN so alles kann. Dass MAN neben LKWs und Bussen auch im Anlagenbau (insb. Kraftwerke) tätig ist und dies auch die Ursprünge des Unternehmens sind, wissen wohl nur wenige. Die Steuerabteilung der weltweit tätigen MAN SE befasst sich sehr intensiv mit den Auswirkungen des OECD BEPS-Projekts. Bereits jetzt unterhält die MAN SE eine Vielzahl an Betriebsstätten, sieht sich durch das BEPS-Projekt aber mit vielen weiteren potentiellen Betriebsstätten konfrontiert. Vor allem die Tätigkeiten von angestellten Key Account Managern, die aufwändige Anlagenbauverträge vor Ort beim Kunden verhandeln, Einkäufern im Ausland und anderen Agenten, die auf Provisionsbasis Aufträge vermitteln, sind nun neuerlich auf die steuerlichen Folgen zu untersuchen.

Anschließend präsentierte ICON-Partner Stefan Bendlinger das Fallbeispiel, welches die Teilnehmer durch den Tag begleiten sollte. Die in Österreich ansässige PHARAN GmbH fertigt Maschinen und Großanlagen für die Pharmaindustrie und vertreibt Laborgeräte und –Bedarf. Der PHARAN Gruppe und ihren Gesellschaftern stellen sich verschiedene steuerliche Stolpersteine und Fallen in den Weg, die im Laufe des Tages in insgesamt 5 Falllösungen durch die ICON-Experten systematisch abgearbeitet wurden.

Im Zuge der ersten Falllösung widmete sich Christina Scheidl der Thematik von nachträglichen Steuerkorrekturen bei internationalen Entsendungen. Frau Scheidl erklärte den Teilnehmern, wie vorzugehen ist, wenn Bezüge eines Dienstnehmers erst im Nachhinein im Ausland korrekt versteuert werden und in Österreich entsprechende Korrekturen vorzunehmen sind. Unser Umsatzsteuerexperte Günther Platzer setzte nach der Vormittagspause fort. Die PHARAN unterhält Auslieferungsläger in mehreren Ländern und überlegt, diese teilweise in Konsignationsläger umzustellen. Günther Platzer prüfte dazu die optimale umsatzsteuerliche Abwicklung. Die Analyse zeigte, dass nicht alle Länder Vereinfachungsregelungen für Läger vorsehen und das jeweilige Länderrecht sehr unterschiedlich ausgestaltet ist.

In der anschließenden Mittagspause konnten sich die Seminarteilnehmer bei kulinarischen Highlights von Caseli Event-Catering kennenlernen und offene Fragen mit den ICON-Experten klären.

Im Anschluss daran stellten sich Martin Hummer und Tamara Loizenbauer die Frage, welche Änderungen die OECD BEPS-Maßnahmen für bestehende Vertriebsstrukturen bedeuten. Vertreter, Kommissionäre und Läger im Ausland sollten jedenfalls einer Überprüfung unterzogen werden, ob auf Basis der Änderungen im DBA-Recht durch BEPS-Action 7 Handlungsbedarf besteht. Oliver Karte setzte sich schließlich mit Quellensteuern bei Dienstleistungserbringung in China und Indien auseinander. Die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten der PHARAN in diesen beiden Ländern führten zu Quellensteuern, die bei Erfüllung von verschiedenen Compliance-Verpflichtungen vermieden oder reduziert werden können. Anderenfalls können sie zum teuren Kostenfaktor werden. Im letzten Vortrag des Tages widmete sich Matthias Mitterlehner dem Thema Niedrigsteuerländer. Einer der österreichischen Gesellschafter der PHARAN verrechnete über eine zypriotische Gesellschaft Planungsleistungen an die PHARAN und möchte zudem auch persönlich nach Zypern wegziehen, um der österreichischen Besteuerung zu entgehen.

Am Ende der Veranstaltung wurden bei „Snacks und Drinks“ die von den Teilnehmern gewonnenen Erkenntnisse noch ausführlich nachbearbeitet.

Auch beim 7. ICON-Steuertag am Dienstag, 2. Oktober 2018, werden wir wieder topaktuelle und spannende Themen für Sie vorbereiten. Merken Sie sich bitte schon jetzt den Termin vor!

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