News

BILANZIERUNG | Zinssatz für Personalrückstellungen nach IFRS

21.10.2012

Im Jahr 2012 gab es ungewöhnlich starke Schwankungen der Zinssätze. Dies erschwert die Ermittlung des korrekten Zinssatzes zum Bilanzstichtag. Werden die Rückstellungen vorab berechnet, kann es sinnvoll sein, mehrere Zins-Szenarien zu berücksichtigen.

IAS 19 sieht vor, dass der stichtagsaktuelle Zinssatz für die Berechnung der Personalverpflichtungen verwendet wird. Folgende Faktoren werden zur Bestimmung des Zinssatzes herangezogen:

Grundlage sind Renditen für erstrangige, festverzinsliche Unternehmensanleihen am Markt (ersatzweise Staatsanleihen)

 

Anleihen welche von Standard & Poors mit AA bzw. von Moodys mit Aa2 oder besser bewertet werden, sind erstrangige Unternehmensanleihen. Da es in Österreich keinen liquiden Markt für Anleihen mit sehr langen Laufzeiten gibt, werden die Zinssätze durch Extrapolation der aktuellen Marktzinssätze entlang der Zinsstrukturkurve geschätzt. Ein bestimmtes Verfahren zur Ableitung des Zinssatzes ist in IAS 19.78 nicht vorgesehen. Folgende öffentlich zugängige Links bieten Informationen:

http://www.aon.com/germany/publikationen/human-resources/rechnungszins.jsp

http://www.heubeck.de/home/aktuelllesmitte/Rechnungszins_Archiv.php

http://www.mercer.de/summary.htm?idContent=1245805&siteLanguage=1000

http://www.towerswatson.com/germany/research/2060


die Referenzanleihen müssen auf die Unternehmenswährung lauten

 

die Laufzeit (Duration) der Referenzanleihen soll mit den Fristigkeiten der Personalverpflichtung übereinstimmen

 

Es besteht die Möglichkeit, einen gewichteten Durchschnitt des Zinssatzes über den Zeitablauf bis zur voraussichtlichen Auszahlung zu verwenden. Es ist jedoch wichtig, dass die unternehmensindividuellen Verhältnisse wiedergespiegelt werden.

 

relevant sind die Verhältnisse am Abschlussstichtag

 

Um die Abschlussarbeiten zu beschleunigen werden die Rückstellungen für Personalverpflichtung oft bereits vor dem Bilanzstichtag ermittelt. Diese Berechnungen sind noch einmal vor Erfassung in der Bilanz anhand der aktuellen Marktentwicklung zum Stichtag zu untersuchen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Um die Arbeitsabläufe zu beschleunigen, kann es erforderlich sein, mit dem Aktuar zu vereinbaren, die Berechnung der Personalverpflichtungen vor dem Stichtag für mehrere Zins-Szenarien durchzuführen.

Verfasser:
Manager Audit
Steuerberater

+43 / 732 / 69412 - 6212
E-Mail schreiben
Mag. Judith Loy
Ist nicht mehr für ICON tätig.
Fachbereich: Audit

ICON Wirtschaftstreuhand GmbH - Stahlstraße 14, 4020 Linz, Austria
Tel. +43 732 69412 - DW, Fax +43 732 6980 - 9273
E-Mail: office@icon.at - www.icon.at

Audit - Corporate Tax - Global Employment Services - Indirect Tax & Customs - International Tax - Mergers & Acquisitions - Private Clients - Tax Controversy - Transfer Pricing

© by www.icon.at